Soziale Jungs

Bericht vom Sozialen Boys' Day 2009

Für Paolo (17) begann dieser Tag sehr früh: um 6:15 Uhr am Morgen klingelte sein Telefon. Am Hörer war Rob Green vom Radiosender You-FM und wollte wissen, warum sich Paolo am "Sozialen Boys' Day" beteiligte, was er an diesem Tag machen würde.

 

Paolo besuchte "Big Brothers Big Sisters Deutschland" in Frankfurt, die ein Mentorenprogramm für Kinderund Jugendliche koordinieren, und konnte sich so im Berufsfeld eines Pädagogen ausprobieren.. Die letzten Jahre verbrachte er den Sozialen Boys' Day in Alten- und Behinderteneinrichtungen.

Paolos Antwort auf die Frage, wie denn das Umfeld auf seinen Einsatz in sozialen und pflegerischen und daher eher männer-untypischen Berufsfeldern reagiere:

"Das ist mir eigentlich echt egal. Ich persönlich stehe dazu, was ich tue, und es gibt nichts besseres, als ein bisschen mehr sozial zu sein, statt irgendwo nur rumzuhängen. Man lebt nur einmal und sollte seinen Mitmenschen und seiner Umgebung auf jeden Fall helfen." Aufzeichnung der Sendung

 

Insgesamt waren in Frankfurt etwa 300 Jungs in verschiedenen sozialen Einrichtungen im Einsatz. Stadtrat Peter Mensinger besuchte sechs Schüler im Frankfurter Bürgerhospital. Auch Frau Weber, die die Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation des Sozialen Boys' Day im Krankenhaus managt, sowie der Geschäftsführer des Paritätischen Bildungswerkes, Uwe Weppler und die Projektleiterin des Freiwilligendienstes "Soziale Jungs" vom Paritätischen Bildungswerk, waren anwesend. Stadtrat Peter Mensinger bekräftigte, wie wichtig es für Kinder und Jugendliche sei, möglichst frühzeitig praktische Erfahrungen in verschiedenen Arbeitsbereichen zu sammeln.

 

Seit es für Jungen die Möglichkeit durch den "Sozialen Boys' Day" in Frankfurt gibt, soziale Berufe kennenzulernen, steigt die Zahl der beteiligten Einrichtungen, die Plätze für den "Sozialen Boys' Day" zur Verfügung stellen, kontinuierlich an. Längst hat es sich herumgesprochen, wie wichtig die Besetzung mit Mitarbeitern beiderlei Geschlechts in Kitas und Grundschulen sind. Denn Kinder brauchen Männer und Frauen als Rollenvorbilder, mit denen sie sich identifizieren oder von denen sie sich abgrenzen können.
So kommen die Jungs zumeist in den Einrichtungen sehr gut an. SeniorInnen sind begeistert von den Schülern, oft findet ein Austausch von Generationen statt, und es entstehen für beide Seiten interessante Dialoge.

In den Kitas sind die Jungen meistens umringt von Kinderscharen, denn häufig sind sie die einzigen männlichen Bezugspersonen und haben einige gute Ideen, was man zusammen spielen oder basteln könnte.

 

Männliche Erzieher und Pfleger sind gefragt
Die Zahl der Kindertagesstätten soll weiter ausgebaut werden, und damit werden auch mehr Erzieher gebraucht. Aber auch im Pflegebereich lässt sich eine Zunahme des Bedarfs an Mitarbeitern erkennen. Betrachtet man die demographische Entwicklung in Deutschland, nach der es zukünftig immer mehr ältere Menschen geben wird, lässt sich ebenfalls absehen, dass mehr Pflegepersonal gebraucht wird.

 

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Am Nachmittag fand dann die große After-Work-Party im Jugendhaus Heideplatz statt, zu der alle Jungen, die sich am "Sozialen Boys' Day" beteiligt hatten, sowie alle Jungs vom Freiwilligenprojekt "Soziale Jungs" eingeladen waren. Ein besonderes Highlight stellte die Interviewrunde mit Wolfgang Englert, Antonio del Re und Martin Genger, Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft "Männer in Erzieherberufen", dar. Cem Altun von den "Sozialen Jungs" hatte sich ein paar interessante Fragen ausgedacht: "Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?" oder "Wie reagiert Ihr Umfeld auf Ihren Beruf?". Das Filmteam der "Sozialen Jungs" dokumentierte das Interview auf Video, von welchem wir Ausschnitte nach der Bearbeitung hier im Internet veröffentlichen werden.

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Um 17 Uhr starteten das Fußball-, Kickers- und Tischtennisturnier, die allesamt belegt waren. Die Deutsche Börse Frankfurt hatte auch in diesem Jahr ein leckeres Buffet und die Getränke für die Jungs gesponsert. Frau Thurnhofer vom beauftragten Cateringservice Aramark ließ es sich trotz knapper Zeit nicht nehmen, einmal auf der Party vorbeizuschauen. Einer der Programmpunkte stellte die Street-Dance Gruppe des Jugendhauses Heideplatz dar. Die brasilianische Gruppe Capoeira hatte den Auftritt leider kurzfristig abgesagt.

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Am Ende fand die Preisverleihungen für die Turniersieger und den Sieger des Gewinnspieles im Forum auf www.sozialejungs.de sowie die Losziehung für die Tombola statt. Zu gewinnen gab es wieder viele tolle Preise, unter anderem Gutscheine für Tickets vom FSV Frankfurt, den Frankfurt Skyliners, den Frankfurt Lions, für das Cinestar Metropolis und für die Frankfurter Eintracht.

Es war gelungener Abschluss für einen erfolgreichen Sozialen Boys' Day 2009.

 

Im Namen des Teams vom Paritätischen Bildungswerk Bundesverband bedanke ich mich ganz herzlich bei allen beteiligten Einrichtungen für die gute Kooperation, bei allen engagierten LehrerInnen, allen Helferinnen und Helfern, insbesondere den Mentorinnen und Mentoren des Freiwilligendienstes "Soziale Jungs", den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Jugendhaus Heideplatz und der "Elementar-AG für Männer in Kitas", und natürlich unseren Sponsoren:

 

- der Deutschen Börse Frankfurt

- den Frankfurt Skyliners

- der Eintracht Frankfurt

- dem FSV Frankfurt

- den Frankfurter Lions

- dem Cinestar Metropolis Frankfurt

 

Herzlichen Dank an die Frankfurter Oberbürgermeisterin Frau Petra Roth für die Übernahme der Schirmherrschaft, Herrn Stadtrat Peter Mensinger für seinen Besuch der "Boys" im Bürgerhospital und an Frau Weber für die gute Zusammenarbeit.

Und natürlich danken wir allen Frankfurter Jungs, die sich am Sozialen Boys Day beteiligt haben und den Mut hatten, etwas für sie Neues auszuprobieren.

 

 

Martina Taylor, Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V.

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